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Zweifelalltag

Heute ist nicht mein Tag. Aber wann hab ich schon das Gefühl, ein Tag sei "mein Tag"?
Montags, mittwochs, freitags; das Laufen tut dem Fuß nicht gut. Er beschwert sich, er tut weh. Ich weiß nicht, was für Sehnen, Muskeln oder was auch immer sich neben der Achillessehne befinden, aber es tut weh. Egal. Ich neige eigentlich (man mag es kaum glauben) nicht dazu viel rumzumeckern. (Ja, hier schon. Aber sonst halte ich im Moment lieber viermal mehr den Mund als ihn auf zu machen, um etwas zu sagen.) Auch humpelnd kann man noch joggen gehen. Fühlt sich nicht toll an, aber geht.

Am Samstag war ich wider Erwarten auf einer Geburtstagsfeier. Eine Freundin, die jetzt in Osnabrück studiert, hat hier gefeiert. Ich hatte ihr zum Geburtstag geschrieben, einen altmodischen Brief, über den sie sich sehr gefreut hat, was mich wiederum sehr gefreut hat. Auf der Geburtstagsfeier hab ich einige Leute wiedergesehen. Die Gespräche kreisten fast ausschließlich um das, was man im letzten Jahr nach dem Abi gemacht hat und was nun beginnen wird. So viele, die im Ausland waren. "Geworkt" und "getravelt", Au-Pair, Praktikum... Ich fühle mich im Moment auch ein bisschen wie ein Au-Pair.. Ich gehe einkaufen, geh mit dem Hund raus, mach die Wäsche, den Haushalt; hab heute Morgen nach dem Aufstehen (ich muss zugeben, dass ich heute erst spät aufgestanden bin, es war schon kurz nach neun Uhr) noch meinen Vater verabschiedet und später dann in der Küche einen Zettel vorgefunden. Der genaue Wortlaut: "Karo: Bitte Hemden aus der Reinigung! LG, Papa" Typisch. Meine Mutter hätte wenigstens noch ein "Guten Morgen" oder "Danke" zugefügt, in diesem Fall sollte ich aber wohl schon dankbar für das "Bitte" sein. Mach ich ja alles gern und ist auch kein Problem. Aber wenn alles, was ich mache als selbstverständlich abgetan wird (das wird es zum Glück nicht immer, ich hör auch ab und zu mal ein "danke") und alles, was ich nicht getan habe dann aber gleich ein totales Unding ist...dann bin ich schon etwas sauer.
Und dann hab ich vorhin meine Schwester angepampt als sie etwas sehr einsilbig zu mir war. Nicht nett von mir. Muss mich noch entschuldigen.

In einer Woche wohne ich in Hildesheim. Mein Zimmer sieht aus als hätte ich schon angefangen zu packen. Aber das täuscht. Die Kartons stehen hier seit Anfang Juli. Sie sind nur nicht mehr komplett bestückt, weil ich manche Dinge dann doch brauchte und sie hervorgekramt habe und nun herrscht hier Chaos.
Als ich nach Schleswig gezogen bin, blieb mein Zimmer hier noch bestehen. Der Schrank, die Kommode, das Regal, die Schubladen des Schreibtischs waren nicht leer. Diesmal aber wird mein Zimmer als mein Zimmer aufgelöst. Es wird zum Zimmer meiner Schwester. Es muss leer werden.
Ich mag nicht packen.

Es ist kühl geworden.

Ich bemerke schon wieder alte Muster an mir. Alte Muster und Gewohnheiten können tröstlich sein. Aber manchmal auch beunruhigend.
Ich fürchte mich etwas vor dem WG-Leben. Schieb es beiseite und martere mir ins Hirn hinein, dass es gut wird. Lasse keine Widerworte zu. Nur fühlen tu ich es nicht. Ich fühle keine Panik, aber auch keine Zuversicht.

Kühl ist es geworden.

Es ist komisch, dass eigentlich immer alles noch gut geht. Wie lang kann das gut gehen? Wie lang kann ich gut gehen?

Meine Haut juckt und ich bekomme Pickel. Ich hab keine Allergien. Ich verstehe das genauso wenig, wie dieses Fettwerden. Ich ziehe alte Klamotten an und lasse die, die zwei Nummern kleiner sind und vor einem halben Jahr noch passten trotzdem im Schrank. Vielleicht kann ein WG-Leben ja dünn machen irgendwie. Ich wiege mich nicht, weil es unnötig ist. Ich brauche für dieses Unbehaben nicht auch noch einen Namen, eine Zahl. Ich kratze und kratze und hasse und hasse. Und morgens überschminke ich mein Gesicht und stecke diesen Körper, der mir nicht gefällt in Kleidung, die mir nicht gefällt.

Es geht doch alles gut, ist doch alles super; warum ist es dann trotzdem so zum Kotzen?
4.10.11 16:29


Wachsen

Mein zweiter Tag hier. Die zweite Nacht war besser als die erste, aber beide Nächte waren durchaus ok. Es ist eine andere Stadt, ein anderes Haus, eine andere Wohnung, ein anderes Zimmer mit anderen Menschen, aber es sind meine Möbel und es ist mein Bett.

Die Wohnung ist gemütlich und süß. Mein Zimmer ist einfach toll. Und meine Mitbewohnerinnen sind total nett. Vor allem mit der einen hab ich schon stundenlang gequatscht und wir verstehen uns richtig gut. Die andere hat keine Semesterferien mehr, weil sie auf die FH geht, deshalb hatten wir noch nicht so viele Gelegenheiten uns länger zu unterhalten, aber auch sie ist mir echt sympathisch. Ich fühl mich wohl hier.

Ich bin gespannt und aufgeregt und nervös wegen der Einführungswoche. Dem Wählen des Stundenplans. Den Mitstudenten. (Ach, man sagt ja Kommilitonen, oder?) Das alles. Ich versuche mir nicht so viele Gedanken zu machen, es auf mich zukommen zu lassen.. Ich brauch halt meine Zeit, um mich an etwas zu gewöhnen. Es geht halt Schritt für Schritt und nicht mit einem Schritt direkt ans Ziel. (Was auch nur logisch ist, wenn man noch nicht einmal weiß, was "das Ziel" ist und wie es aussieht.)

Ich glaube, eine der Mitbewohnerinnen ist gerade aus dem Bett gekrochen. :D Ich bin seit zwei Stunden wach, aber wirklich aktiv war ich seitdem auch nicht. Apropos aktiv.. meinem Fuß geht es besser, laufen war ich seit letztem Mittwoch trotzdem nicht mehr.. Schlechtes Gewissen wird weggeschoben........

Mehr gibt's auch nicht zu sagen. Es geht mir erstaunlich gut, das Heimweh ist (noch) nicht der Rede wert und ich hoffe, dass die Aufgeregtheit nicht noch in richtige Angst umschlägt. Und wenn, dann weiß ich, dass ich hier mit zwei Mädels zusammenwohne, die mich beruhigen würden und bei denen ich das zumindest aussprechen könnte, dass ich Angst habe. Oft.
Ich glaube, ich bin erstmal richtig hier. In dieser WG. Und ich bin dankbar.
12.10.11 11:42


Kopflos, ziellos?

And again ten days are over.
Morgen ist Sonntag. Morgen muss ich endlich festlegen zu welchen Seminaren ich gehen werde. Weil ich mich sechsmal für gleichzeitig stattfindende angemeldet hab. Ich verzweifle etwas an dieser Entscheidung. Ich weiß, dass es eigentlich relativ unerheblich ist. Es ist mein erstes Semester. Irgendwie anfangen und reinkommen. Aber..ich will mich nicht entscheiden müssen. Ich will am liebsten alles genau planen. Jedes Semester, jedes Modul, jede Veranstaltung. Wieso bin ich so unentspannt? So verkopft? Ich will doch so gar nicht sein!

Morgen ist Sonntag. Die Einführungswoche ist vorbei, am Montag geht's los. In 'nem Jahr lach ich drüber.

Es ist eigentlich immer noch alles ziemlich gut. Ich traue dem Frieden nicht. Coole Leute, gute Gespräche, super WG, die Stadt wird langsam mein neues Zuhause (ich nenne sie zumindest schon so),.. Hoffentlich werde ich nicht aus allen Wolken fallen. Hoffentlich wird es nicht zu viel, nein..eher..hoffentlich mache ich es mir nicht zu "zu viel" mit irgendwelchen mir selbst auferlegten Asprüchen oder so.

Man soll ja den Tag nicht vor dem Abend loben. Aber genauso wenig sollte man den ganzen Tag vor dem Abend verfluchen. Oder?
22.10.11 22:32





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